Bluetooth & Auracast

Der neue Bluetooth-Standard «LE Audio» bringt mit Auracast eine Broadcast-Funktion: Ein Gerät kann seinen Ton an beliebig viele Empfänger:innen senden. In Versammlungsräumen, Kinos, Kirchen oder Theatern werden Auracast-Höranlagen einen grossen Nutzen bringen und voraussichtlich die heutigen induktiven Höranlagen ablösen. Doch was genau sind Bluetooth & Auracast, welches sind die Vorteile und wo stehen wir in der breiten Einführung dieser Technik? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Was ist Auracast?

Auracast ist eine neue Technologie für Höranlagen. Sie nutzt den neuen Bluetooth-Standard «LE Audio» (kurz für «Low Energy Audio»). Ein Sender strahlt den Ton aus – ähnlich wie ein Radiosender. Dieses Signal kann von jedem Auracast-fähigen Hörgerät, Cochlea-Implantat oder Bluetooth-Kopfhörer empfangen werden. Eine Telefonspule ist nicht nötig.

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Was bringt mir das?

Die Vorteile von Auracast gegenüber den heutigen Lösungen sind:

  • Für alle nutzbar: Via Hörgeräte, Kopfhörer, Smartphones und andere Bluetooth-Geräte. Davon profitieren auch Menschen ohne Schwerhörigkeit.
  • Bessere Tonqualität bei geringerem Stromverbrauch.
  • Weniger Verzögerung: Der Ton kommt nahezu gleichzeitig mit dem Bild an – wichtig etwa im Kino oder am Fernseher.
  • Mehrere Geräte gleichzeitig: Sie können Ihr Hörgerät zum Beispiel mit dem Fernseher und dem Smartphone gleichzeitig verbinden.
  • Zubehör verschiedener Hersteller funktioniert besser zusammen.
  • Unbegrenzte Anzahl Zuhörer:innen: An Veranstaltungen können beliebig viele Personen den Ton empfangen.

Die möglichen Einsatzgebiete sind vielfältig: Vorträge in Sälen oder im Freien, Gruppenführungen, Durchsagen an Flughäfen und Bahnhöfen, Kino und Theater oder der Fernsehton zu Hause und im Fitnessstudio.

Brauche ich ein Smartphone?

Bei der Nutzung von Auracast-Höranlagen wird ein Smartphone voraussichtlich notwendig sein, um das Hörgerät auf das Auracast-Signal umzuschalten. Ob sich das in der Praxis bewährt, wird sich zeigen. Unter Fachleuten ist dies derzeit der zentrale Kritikpunkt an der neuen Technologie.

Was muss ich beim Hörgerätekauf beachten?

Derzeit sind erst wenige Hörgeräte mit aktiviertem LE Audio und Auracast verfügbar. Die Zahl dürfte in den kommenden Jahren aber deutlich steigen. Wer für diese Technologie gerüstet sein möchte, sollte sich beim Kauf von Hörgeräten nach LE-Audio- und Auracast-fähigen Geräten erkundigen. Viele Hörgeräte sind heute Auracast-«ready»: Diese haben Auracast-fähige Hardware verbaut, diese aber noch nicht aktiviert. Die Funktionen können dann per Software-Update freigeschaltet werden.

Der Übergang wird dauern

Die Möglichkeiten von Auracast sind vielversprechend. Der Übergang von induktiven Höranlagen zu Auracast wird einige Jahre dauern. Alle Hörgeräte müssen zuerst mit Auracast ausgestattet sein – auch die günstigen Modelle. Es könnte bis zu zehn Jahre dauern, bis alle Nutzer:innen ihre Geräte ersetzt haben. Der Wechsel hängt vom Alter des Geräts, den finanziellen Mitteln und dem technischen Interesse ab.

Bis es so weit ist, sollten Höranlagen sowohl mit Auracast als auch mit der herkömmlichen Telefonspule funktionieren. Pro Audito Schweiz testet neue Lösungen auf ihre Handhabung und technische Funktionalität, sobald diese verfügbar sind – damit sie für Hörsystem-Träger:innen auch in der Praxis funktionieren.

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