Welche induktiven Halsschleifen sind für Auracast/FM/IR-Empfänger geeignet?

Zwischen induktiven Halsschleifen gibt es markante Unterschiede was die Sprachverständlichkeit angeht. Wir haben aktuell erhältliche Modelle getestet.

Viele verfügbare induktive Halsschleifen sind für Menschen mit Telefonspulenhörgeräten ungeeignet, da sie im für die Sprachverständlichkeit kritischen Hochtonbereich einen Pegelabfall aufweisen. Zwar erreicht keine induktive Halsschleife die Qualität einer einwandfreien, fest installierten Höranlage, doch zeigen sich im Detail erhebliche Unterschiede. Basierend auf Messungen am Kunstkopf (IEC 62489-1) ergibt sich folgende Rangliste: 

Platz 1: Geemarc iLoop+ – Der Testsieger mit integriertem Verstärker

Geemarc iLoop+

Dieses Modell überzeugt durch den linearsten Frequenzgang im Hochton und bietet somit die beste Sprachverständlichkeit. Ein Abfall im Tiefton ist für die Sprache unkritisch und teils sogar vorteilhaft. Als einziges Gerät mit integriertem Verstärker und Akku ist die Schleife unabhängig von der Leistung des Kopfhörerausgangs (Smartphone, PC, Tablet) einsetzbar. 

Vorteile: Sehr guter Frequenzgang, Betrieb an jedem Kopfhörerausgang. 

Nachteil: Als aktives Gerät erfordert es regelmässiges Laden. 

Fazit: Die beste Wahl für den Betrieb an mobilen Endgeräten ohne professionelle Senderausgänge. 

Platz 2: Listen LA-438 – Optimiert für professionelle Empfänger

Listen LA-438

Die Listen LA-438 zeigt zwar einen Hochtonabfall, jedoch weniger stark als andere passive Modelle (kein Verstärker und Akku integriert). Auffällig ist die extrem niedrige Impedanz (3–6 Ohm bei 1 kHz), die an schwachen Kopfhörerausgängen bei maximaler Lautstärke zu Übersteuerung führen kann. Für professionelle Empfänger ist dies jedoch oft unproblematisch, da die Halsschleife bereits bei einem geringen Eingangssignal von -12,7 dBu ein normkonformes Magnetfeld (0 dB rel. 400 mA/m) erzeugt. 

Vorteile: Guter Frequenzgang, hoher Pegel (Lautstärke). 

Nachteil: Nur an professionellen Empfängern zuverlässig; der Kopfhörerausgang muss gut ausgesteuert werden können, um die niedrige Impedanz zu treiben. 

Fazit: Eine gute Wahl für professionelle Auracast-, FM- oder IR-Empfänger. 

Platz 3: Beyerdynamic/Televic IL 200 und Sennheiser EZT-3012

Beide Modelle weisen stärkere Hochtonverluste auf. 

Beyerdynamic/Televic IL 200: Ist effizienter und liefert ein starkes Magnetfeld (0 dB rel. 400 mA/m bei Eingangssignal von -6,4 dBu). 

Beyerdynamic/Televic IL 200

Sennheiser EZT-3012: Benötigt für das gleiche Magnetfeld ein deutlich höheres Eingangssignal von +0,3 dBu. 

Sennheiser EZT-3012

Fazit: Die zweitbeste Wahl für professionelle Auracast-, FM- oder IR-Empfänger. Der Ausgang des Empfängers muss gut ausgesteuert werden (ausreichender Signalpegel). 

Nicht empfohlen: Monacor NL-90 und Williams AV NKL-001S 

Monacor NL-90: Der sehr starke Hochtonabfall beeinträchtigt die Sprachverständlichkeit massiv.

Monacor NL-90

Williams AV NKL-001S: Extrem unausgeglichener Frequenzgang. Die Impedanz steigt zu hohen Frequenzen kontinuierlich an, was zu einem stark quellabhängigen, uneinheitlichen Frequenzgang führt. In unseren Tests wurde an keinem Kopfhörerausgang ein akzeptables Ergebnis erzielt.

Williams AV NKL-001S

Frequenzgang der getesteten induktiven Halschleifen 

Die grüne Fläche zeigt den Soll-Bereich, innerhalb sich der Frequenzgang der induktiven Halsschleifen befinden sollte, wobei der Frequenzbereich von 2000 bis 4000 Hz für die Sprachverständlichkeit am wichtigsten ist. 

Hinweis: Alle Messungen wurden am Kunstkopf gemäss IEC 62489-1 durchgeführt. An nicht-linearen Kopfhörerausgängen können in der Praxis abweichende Frequenzgänge auftreten.